Gay Romances

A Note in the Margin - Isabelle Rowan

John McCann, dessen Leben sich zwischen Geschäftsbüchern und einer versnobten Freundin abspielt, leidet unter Migräne. Sein Arzt rät ihm einen Orts- und Berufswechsel, um zur Ruhe zu kommen und seine innere Balance wieder zu finden. Auch wenn John von dem Vorschlag nicht gerade begeistert ist, weiß er doch, dass er keine andere Wahl hat und beschließt sich ein Jahr Auszeit zu gönnen. Er kauft einen kleinen Buchladen am Rande der Stadt. Mit Jamie, dem Sohn der Vobesitzerin der weiterhin in dem Laden arbeitet, verbindet ihn bald eine besondere Freundschaft. Doch John hat Probleme mit einem Stammgast in seinem Buchladen. David ist obdachlos und sitzt Tag für Tag in einem eigens für ihn angeschafften Stuhl. Jamie teilt sein Mittag mit ihm und lässt ihn die Secondhandbücher lesen. Der Geschäftsmann John befürchtet, dass der Anblick und Geruch von David die Kundschaft verprellt und würde ihn gerne aus dem Laden vertreiben. Doch Jamie gelingt es, Johns menschliche Ader wieder zu wecken.

Ein tief bewegendes Buch, für das ich einige Taschentücher benötigt habe. Der Beweis, dass es auch im Gayromance Genre anspruchsvolle Romane gibt, in denen nicht nur die Erotik im Vordergrund steht, sondern behutsam Themen wie Obdachlosigkeit und Depression aufgegriffen werden. Der wunderbar gewählte Titel fasst die Hauptaussage perfekt zusammen, machmal findet sich das Wesentliche abseits des offensichtlichen Geschehens. Und so führt die Autorin auch den Leser in eine zunächst falsche Richtung. Letztendlich wird man Zeuge einer sich langsam entwickelnden Beziehung, die aufgrund der jeweiligen Vorgeschichte starken Belastungen ausgesetzt ist. Mehr zu verraten traue ich mich nicht, um den Zauber des Buches nicht zu zerstören. Besonders hervorzuheben sind die wunderbar ausgearbeiteten Nebencharaktäre, die jede/jeder für sich einen wichtigen Teil zur Athmosphäre des Buches beitragen.

Fazit:
Ein gelunger Debütroman, uneingeschränkte Leseempfehlung!

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Cutting Cords - Mickie B. Aishling (http://mickieashling.com/?p=25)

Ich bekenne, ich liebe tortured heroes. In dieser Liebesromanze gab es gleich zwei davon. Sloan, der kifft und sich durch Ritzen selbst verletzt. Und Cole, der aufgrund einer Erbkrankheit langsam erblindet. Ihre Väter waren gemeinsam Profibaseballspieler in San Francisco und konnten ihre Freundschaft über die Jahre und große Entfernungen retten. Als Sloans Drogenkonsum immer stärker wird, beschließen sie, dass Sloan in New York einen Neuanfang wagt und zu Cole zieht. Gegen den Willen der Söhne, die sich vor 15 Jahren das letzte Mal gesehen haben und wenig Interesse an einem Zusammenleben haben. Doch schon bald genießen sie die Nähe des anderen. Im Gegensatz zum offen schwulen Sloan, braucht Cole lange, um sich seine Gefühle für Sloan einzugestehen. Während Sloan von einer festen Beziehung träumt, hält Cole an seiner Freundin fest und stößt Sloan immer wieder heftig von sich.

Ungewohnt war für mich die Erzählperspektive. Diese wechselte zwischen der ersten Person aus Sloans Sicht und der dritten Person aus Coles Sicht. Im Gegensatz zur reinen Ich-Erzählung war es so auch möglich, Coles Gefühle und Gedanken direkt mitzuerleben.

Cutting Cords ist ein sehr emotionaler, flüssig zu lesender Roman, der bisweilen unter der Last der Probleme der Hauptprotagonisten leidet. Mir hat es dennoch gefallen und ich habe bereits weitere Bücher der Autorin bestellt.

1 Kommentar 11.11.10 07:56, kommentieren

Cameron Dane - Hawkins Brother Series

1. Demon Moon m/f

2. Falling m/m

3. ReneCade m/m

4. Ride m/f

5. Knowing Caleb m/m

1 Kommentar 13.10.09 20:18, kommentieren

St. Nacho's – Z.A. Maxfield

http://www.loose-id.com/images/ZM_StNachos_coverlg.jpg

Inhalt:

Cooper, der klassische Bad Boy, ist auf der Flucht - vor sich und seiner Vergangenheit. Sobald er sich an einem Ort zu heimisch fühlt steigt er auf sein Motorrad und zieht weiter. Unfähig seine Gefühle zuzulassen oder gar zu zeigen, ist seine einzige Form der Kommunikation die Musik. Seine Geige. Angekommen in Kalifornien beginnt er im St. Nacho's – einer schwulen Strandbar – zu jobben. Dabei findet er in kürzester Zeit Menschen, die ihn in ihre Familie aufnehmen und er beginnt sich schneller wohl zu fühlen, als ihm lieb ist.

Shawn ist Darsteller einer gehörlosen Theatergruppe des nahe gelegenen Colleges und flirtet bereits bei seinem ersten Besuch heftig mit Cooper. Sein Charme und sein engelsgleiches Aussehen verfehlen ihre Wirkung nicht und die beiden verbringen die Nacht miteinander. Während Cooper nur den reinen Sex zulässt und jedem Kuss ausweicht, will Shawn schnell eine echte Partnerschaft. Die Sprachlosigkeit auf beiden Seiten erschwert die Annäherung einerseits, zwingt Cooper auf der anderen Seite mehr von sich Preis zu geben, als er eigentlich bereit gewesen wäre. Durch seine Hartnäckigkeit gelingt es Shawn allmählich zu Cooper durchzudringen.

Im zweiten Teil des Buches nimmt die Handlung eine überraschende Wendung. Nicht mehr die Beziehung zwischen Cooper und Shawn steht im Vordergrund, sondern Cooper wird von seiner Vergangenheit in Form seines Exfreundes Jordan eingeholt.


Kritik:

Z.A. Maxfield ist ein bezauberndes Buch gelungen, dass trotz des klassischen Themas des tortured heros nicht im Kitsch versinkt. Und Männer auch wie Männer agieren . Sie spielt mit den Rollenklischees, der vermeintlich schwache gehörlose Shawn, der Cooper in vielen Belangen zunächst überlegen ist und selbstbewusst eine Beziehung einfordert.

Durch die gewählte Erzählperspektive (erste Person aus Coopers Sicht) liegt der Schwerpunkt auf Coopers Entwicklung. Man spürt die Zerrissenheit, in der er sich befindet. Seine Ängste und seine Sehnsüchte. Shawn hingegen bleibt ein wenig farblos, ein paar Ecken und Kanten hätten ihn vielleicht mehr Tiefe gegeben. Die vorhandenen Erotikszenen sind direkt und ohne unnötige Ausschweifungen,insbesondere da zunächst die sexuelle Beziehung der beiden im Vordergrund steht. Auch hier ist der dominante Part eindeutig verteilt, was zunächst überrascht, aber im Laufe des Buches mehr als schlüssig wird.


Fazit:

Ein wunderschöner Liebesroman, flüssig und spannend geschrieben. Cooper ist ein Held, wie man es sich wünscht, der mit Shawn seinen Partner fürs Leben findet. Coopers Exfreund Jordan ist Protagonist des Nachfolgebandes „Physical Therapie“.



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Evangeline Anderson

Eines meiner ersten Bücher im Gay Romance Genre war The Assignment von Evangeline Anderson. Und die Story hat mich gefesselt, berührt und überzeugt, dass der englischsprachige Markt in diesem Genre eine Menge mehr zu bieten hat als angenommen. Deutsche Perlen zu finden, gestaltet sich da mMn sehr viel schwieriger. Die Mischung zwischen Erotik- und Liebesroman ist hierzulande noch nicht besonders populär, bisher gibt es "süße" Coming-Out Geschichten oder billige Pornos mit erwartungsgemäß fehlender Handlung. Ja, ich weiß, dass es auch wunderbare Ausnahmen gibt , aber bei meinem Lesekonsum wurde es immer mühsamer, diese zu finden.

Zurück zu Frau Anderson, einer amerikanischen Mittdreißigerin, die neben M/M-Fiction auch im M/F-Bereich schreibt und seit kurzem ebenfalls auf den paranormalen Zug aufgesprungen ist.

Ihr Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, nicht besonders anspruchsvoll, aber das hat mir den Einstieg in die Sprache sehr erleichtert. Ohne den einzelnen Rezis vorweggreifen zu wollen, möchte ich an dieser Stelle meinen Hauptkritikpunkt loswerden. Hat mich The Assignment noch durch seinen originellen Plot gefesselt, musste ich bereits bei Slave Boy erkennen, dass es die nahezu identische Story in einem anderen Setting ist. Schade. Dennoch hab ich der Autoren mit den neuen e-books noch eine Chance gegeben

Bisher haben den Weg zu mir gefunden:

1. The Assignment (2006)

2. Slave Boy (2008)

3. Broken Boundaries (e-book 2009)

4. Str8gte boys (e-book 2009)

 

Ausführliche Rezis folgen in Kürze ...

 

8.8.09 12:16, kommentieren

Str8te Boys - Evangeline Anderson

http://samhainpublishing.com/graphics/1109.jpg

 

Inhalt:

Wie weit gehst du um zu gewinnen? Diese Frage stellen sich Maverick und Duke immer wieder neu. Die beiden kennen sich seit 4 Jahren teilen sich ein Zimmer im College, sind im gleichen Fußballteam, kurzum die besten Freunde. Eines ihrer bevorzugten Lieblingsspiele ist gay chicken. Die Regeln: sich gegenseitig anmachen, ohne den anderen tatsächlich zu küssen. Wer zuerst zurückzieht verliert. Die beiden weiten die Regeln immer mehr aus, das Spiel wird immer erotischer. Gleichzeitig modeln sie als Paar für eine schwule Webseite um Geld zu verdienen. Für Duke, der seit längerem heimlich in Maverick verliebt ist, Hölle und Lust gleichermaßen.

 

Kritik:

Wieder einmal die gleiche Ausgangssituation wie auch schon bei The Assignment und Slave Boy. Der „erzwungene" Sex diesmal in Form eines Spiels bei dem es um die vermeintliche Ehre geht und durch das Darstellen eines schwulen Paares aus zunächst rein finanziellen Gründen. Auch hier ist einer der Protas bereits verliebt und leidet unter dem scheinbar nicht ernst gemeinten Sex.

Weder Maverick noch Duke sind mir in Erinnerung geblieben, ob es an der Charakterisierung oder der dürftigen Handlung lag, vermag ich nicht mehr entscheiden. Vermutlich an beidem.

 

Fazit:

Als bekennender Fußballfan war ich bereit, der Autorin eine weitere Chance zu geben. Leider hat sie auch diese vertan. Ich habe die Novelle zwar zu Ende gelesen, aber habe im Moment nur wenig Lust „Broken Boundaries“ anzufangen. Die Inhaltsangabe lässt einen vierten Aufguss des Plots vermuten, seufz.

 

 


1 Kommentar 9.8.09 10:37, kommentieren

The assignment - Evangeline Anderson

http://ecx.images-amazon.com/images/I/51713ieu9JL._SS500_.jpg


Inhalt:

Sean O'Brian und Nicholas Valenti sind Cops, Partner und die besten Freunde. Seit 6 Jahren arbeiten sie erfolgreich zusammen, vertrauen einander blind. Genauso sieht es auch ihr Vorgesetzter und wählt beide für einen äußerst heiklen Auftrag aus. Sie sollen im RamJack, einem privaten Schwulenclub, Jagd auf einem Drogenboss machen. Undercover – Valenti als Sugardaddy und O'Brian als Toyboy. Während O'Brian sich sofort einverstanden erklärt, zögert sein Partner zunächst. Denn Valenti hat sich vor einigen Monaten in O'Brian verliebt und befürchtet das Schlimmste. Zu Recht, schon beim Üben in der Schwulendisco kribbelt es gewaltig zwischen ihnen. Während O'Brian ihren Reaktion keinerlei Bedeutung beizumessen scheint, hat Valenti zunehmend Angst, sich zu verraten und so ihre Freundschaft zu gefährden.


Kritik:

Die besondere Situation, der die beiden Protas ausgesetzt sind, macht natürlich den Reiz aus. Von leidenschaftlichen Küssen über die erfundene Kennenlerngeschichte bis hin zum Wankathon ist alles dabei. Wobei wir bei den Erotikszenen wären Sehr gefühlvoll und anregend beschrieben, bisweilen mit dem Hang zu leicht kitschigen Phrasen, über die ich gern hinweg gesehen habe. Denn im Gegensatz zu anderen Autoren bemüht Anderson sich um eine abwechslungsreiche - zwar direkte, aber nie ordinäre - Sprache, mit dem Schwerpunkt auf der Gefühlsebene. Allgemein steht die Entwicklung der Beziehung zwischen Sean und Nick im Vordergrund. Da der Roman aus Nicks POV geschrieben ist, leidet man mit ihm und seinen Ängsten und Hoffnungen. Wobei sich Nick vieles selbst einredet, denn Sean verhält sich ihm gegenüber sehr liebevoll.

Äußerst geschickt hat die Autorin die Handlung in die 80iger Jahre gelegt, vermeidet sie doch so den notwendigen Schutz vor HIV. Dem heutigen Leser stößt das Fehlen der Kondome erst sauer auf, bis man sich an die Jahresangabe erinnert :/.

Eine nette Zugabe ist die Kurzgeschichte „I'll be hot for Christmas“, ein Jahr später und diesmal aus O'Brians Sicht.


Fazit:

Ein erotischer und romantischer Zeitvertreib, der mir einiges Herzklopfen beschert hat. Sean und Nick wachsen einem sofort ans Herz und so verzeiht man die zum Teil unrealistisch anmutenden Begebenheiten.

1 Kommentar 8.8.09 22:18, kommentieren